Der Unternehmerverband Metall Ruhr-Niederrhein hält die Forderung der IG Metall nach fünf Prozent mehr Einkommen angesichts der wirtschaftlichen Lage für zu hoch. Vor der zweiten Verhandlungsrunde in der Metall- und Elektroindustrie am Dienstag, 27. Oktober, verweist der Verband auf den hohen Kosten- und Wettbewerbsdruck der Unternehmen.
Nach Angaben des Verbands ist die Produktion in der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie seit 2018 um 27 Prozent zurückgegangen, die Beschäftigung um zehn Prozent. Wim Abbing, Geschäftsführer der PROBAT SE in Emmerich und stellvertretender Vorsitzender des Metallvorstands, spricht von einer strukturellen Krise der Industrie. Die hohen Kosten am Standort Deutschland führten zu einem erheblichen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit, einen wesentlichen Anteil daran hätten die Arbeitskosten.
Schwache Geschäftsaussichten
Eine Blitzumfrage unter Metallarbeitgebern in Nordrhein-Westfalen, die der Verband METALL NRW am Freitag vorgestellt hat, zeichnet ein negatives Bild: Fast 44 Prozent der befragten Betriebe bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht, 17 Prozent als gut. Für die kommenden sechs Monate erwarten 22 Prozent eine weitere Verschlechterung der Lage, 45 Prozent rechnen mit einem weiteren Beschäftigungsrückgang.
Nur zehn Prozent der Unternehmen erwarten demnach eine Verbesserung ihrer Geschäftslage. Gut sieben Prozent rechnen mit mehr Beschäftigung. 40 Prozent gehen laut der Umfrage davon aus, dass ihre Standorte in Nordrhein-Westfalen in den kommenden drei bis fünf Jahren schrumpfen oder geschlossen werden könnten.
Als Gründe nennt der Verband neben Problemen auf den globalen Märkten hohe Energiekosten, Bürokratie und gestiegene Arbeitskosten. Abbing fordert deshalb einen Tarifabschluss, der Investitionen ermöglicht und industrielle Wertschöpfung sowie Arbeitsplätze sichert.





