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Bocholt diskutiert über deutsch-britische Beziehungen nach dem Brexit

Mehr als 40 Gäste haben am 1. Oktober im LernWerk über die Entwicklung der deutsch-britischen Beziehungen seit dem Brexit diskutiert. Eingeladen hatten das EUROPE DIRECT Bocholt und die Deutsch-Britische Gesellschaft Bocholt e.V. zur Veranstaltung „80 Jahre Freundschaft NRW – Großbritannien im 10. BREXIT-Jahr“.

Begrüßt wurden die Teilnehmenden vom Vorsitzenden der Deutsch-Britischen Gesellschaft Bocholt, Andreas Becker, und der stellvertretenden Bürgermeisterin Gudrun Koppers. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich das Verhältnis zwischen Deutschland und Großbritannien seit dem Brexit entwickelt hat und welche Perspektiven für die kommenden Jahre bestehen.

Von der britischen Besatzungszeit bis heute

Die Referentin Dr. Birgit Bujard zeichnete die Entwicklung der deutsch-britischen Beziehungen seit der Gründung Nordrhein-Westfalens durch die britische Besatzungsmacht nach. Als wichtige Verbindungen nannte sie unter anderem Städte- und Schulpartnerschaften sowie die Königswinter-Konferenz und die Young Königswinter Conference.

Besonders Städtepartnerschaften, persönliche Begegnungen sowie der Austausch von Jugendlichen und Schülern prägen die Beziehungen demnach bis heute. Passend zur Bocholter Partnerstadt Rossendale wurde zum Abschluss Lancashire Stew serviert.

Neue Grundlagen für die Zusammenarbeit

Der Brexit wurde in der Veranstaltung als Zäsur eingeordnet. Zugleich arbeiten Deutschland und Großbritannien nach Angaben der Referentin wieder enger zusammen. Das Trinity-House-Abkommen und der Kensington-Vertrag sollen dafür neue Grundlagen schaffen. Auch der Jugend- und Schüleraustausch soll erleichtert werden.

Die Europäische Union bleibe für Großbritannien der wichtigste wirtschaftliche Bezugsraum. Zudem seien Deutschland und Großbritannien in außen-, sicherheits- und wirtschaftspolitischen Fragen weiterhin eng miteinander verbunden.

Brexit-Debatte dauert an

Zehn Jahre nach dem britischen Referendum ist die Diskussion über das Verhältnis zur Europäischen Union demnach nicht abgeschlossen. Bei der Veranstaltung wurde darauf hingewiesen, dass eine Mehrheit der Britinnen und Briten den Brexit rückblickend inzwischen kritisch bewertet. Offen sei jedoch, wie eine weitere Annäherung an die EU konkret aussehen könnte.

Unterstützt wurde die Veranstaltung durch die Landesinitiative Europa-Schecks des Landes Nordrhein-Westfalen.

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