Das Bocholter Stadtarchiv stellt im November den Ehrenfriedhof für die Kriegsopfer des Zweiten Weltkriegs als „Foto des Monats“ vor. Die Anlage befindet sich auf dem städtischen Friedhof an der Blücherstraße.
Zum Fest Allerheiligen 1954 übergab die Stadtverwaltung die neu gestaltete Ehrenanlage. Dort wurden die sterblichen Überreste von rund 700 Soldaten und zivilen Opfern zusammengeführt, die in Bocholt während des Krieges durch Kriegsgewalt ums Leben gekommen waren. Zuvor hatten sie auf vier verschiedenen Grabfeldern des Friedhofs gelegen.
Planungen ab 1951
Die Planungen für den neuen Ehrenfriedhof begannen 1951. Nach zweijähriger Projektarbeit stimmten Sachverständige des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Landesverband Nordrhein-Westfalen den Entwürfen des städtischen Garten- und Friedhofsamtes zu.
Vorgesehen war eine 9.600 Quadratmeter große, mit Rasen bedeckte Fläche mit einer durchlaufenden Mittelachse. Sie führt zu einem vier Meter hohen Hochkreuz aus Ruhrsandstein. Auch die Grabkreuze wurden aus diesem Material gefertigt. Jeweils vier Grabstellen erhielten ein Gedenkkreuz. Auf den Vorder- und Rückseiten wurden nach Möglichkeit jeweils zwei Namen mit Vor- und Zunamen sowie Geburts- und Todesjahr eingemeißelt.
Zwischen den Gräbern pflanzten die Verantwortlichen Schneeheide. Junge Birken standen in lockeren Gruppen auf der Anlage, Laubhölzer bildeten die äußere Umrandung. Hinter dem Hochkreuz wurden Douglasfichten gepflanzt.
Verbindung mit dem Ehrenfeld des Ersten Weltkriegs
Der neue Ehrenfriedhof wurde mit der bereits bestehenden Anlage für die Opfer des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918 verbunden. Eine nordöstlich verlaufende, mit Birken bepflanzte Allee nahm weitere Kriegsgräber auf und verband die beiden Gedenkstätten.
Die Arbeiten begannen im Frühjahr 1954. Stammpersonal und Pflichtarbeiter bargen die sterblichen Überreste und überführten sie auf das neue Grabfeld. Am 1. November 1954 kamen Tausende Menschen zum Friedhof, um ihrer Angehörigen und der Bombenopfer zu gedenken. Die Stadt übernahm die Grabpflege und sicherte den Opfern ein dauerhaftes Ruherecht zu.
Foto: Stadtarchiv Bocholt, Bildsammlung Nr. 2975; Text: Wolfgang Tembrink





